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Nextcloud für kleine Teams: Eigene Cloud statt Dropbox & Co.

Georg Bammer·

Nextcloud für kleine Teams: Eigene Cloud statt Dropbox & Co.

„Unsere Dateien liegen in der Dropbox." — Satz, den ich regelmäßig höre. Und meistens folgt direkt die nächste Aussage: „Eigentlich wollten wir das schon länger ändern."

Der Grund ist immer ähnlich: Man fängt klein an, die Dropbox läuft, alle kennen sie. Irgendwann lädt man die erste Kundenakte hoch, dann den ersten Vertrag — und plötzlich liegen sensible Geschäftsdaten auf einem Server irgendwo in den USA. DSGVO? Einmal kurz verdrängt.

Es gibt eine bessere Lösung.

Was ist Nextcloud?

Nextcloud ist eine quelloffene Software für selbst gehosteten Cloud-Speicher. Dateien, Kalender, Kontakte, Videokonferenzen, Notizen — alles in einer Plattform, auf Ihrem eigenen Server.

Sie sehen aus wie Dropbox, Google Drive oder Microsoft OneDrive. Sie verhalten sich auch so. Der entscheidende Unterschied: Die Daten liegen nicht bei einem Drittanbieter, sondern bei Ihnen. Auf Ihrem Server, in Ihrem Rechenzentrum, in Ihrer Kontrolle.

Nextcloud ist nicht ein Kompromiss zwischen Komfort und Datenschutz. Es ist beides — ohne Abstriche.

Warum Dropbox, OneDrive & Co. für Unternehmen problematisch sind

Das ist kein pauschaler Angriff auf Cloud-Dienste. Es ist eine sachliche Einordnung:

  • DSGVO und Drittstaaten-Transfer. Dropbox und Google Drive verarbeiten Daten auf US-amerikanischen Servern. Das Privacy Shield ist gekippt, die Rechtslage bleibt komplex. Wer Kunden- oder Mitarbeiterdaten speichert, geht ein reales Haftungsrisiko ein.
  • Keine Kontrolle über Datenzugriffe. Sie können nicht nachvollziehen, wer intern bei Dropbox Zugriff auf Ihre Dateien hat. Sie stimmen den AGB zu und vertrauen.
  • Abo-Kosten wachsen mit. Was mit einem Gratis-Plan beginnt, kostet bei fünf Mitarbeitern schnell 50–80 Euro pro Monat. Auf Dauer.
  • Vendor Lock-in. Möchten Sie die Plattform wechseln, fangen Sie von vorne an.

Nextcloud löst alle vier Punkte.

Was Nextcloud kann — und was nicht

Was es kann

  • Dateispeicher und Synchronisation — genau wie Dropbox. Desktop-Clients für Windows, macOS und Linux. Mobile Apps für iOS und Android.
  • Gemeinsame Bearbeitung — Dokumente mit Collabora Online oder OnlyOffice direkt im Browser öffnen und bearbeiten. Mehrere Personen gleichzeitig.
  • Kalender und Kontakte — CalDAV und CardDAV für die Synchronisation mit allen gängigen Apps und Geräten.
  • Talk — integrierter Chat und Videokonferenzen. Kein Zoom, kein Teams nötig.
  • Aufgaben und Notizen — einfache Projektorganisation ohne externe Tools.
  • Feingranulare Rechteverwaltung — wer darf welche Ordner sehen, bearbeiten, teilen?
  • Aktivitätsprotokoll — wer hat wann auf welche Datei zugegriffen?

Was es nicht ist

Nextcloud ist kein Ersatz für eine Buchhaltungssoftware, ein CRM oder komplexe Projektmanagement-Tools. Es ist eine Plattform für Dateiablage, Kommunikation und einfache Zusammenarbeit — und das macht es sehr gut.

Wie Nextcloud für kleine Teams aussieht

Ein typisches Setup für ein Team von fünf Personen:

FunktionLösung
DateiablageNextcloud Files
Gemeinsame DokumenteCollabora Online (integriert)
KalenderNextcloud Calendar (CalDAV)
KontakteNextcloud Contacts (CardDAV)
Interne KommunikationNextcloud Talk
PasswörterVaultwarden (separat, aber ergänzend)

Alle Daten auf einem Server. Ein Login. Eine Oberfläche.

Was Sie für die Einrichtung brauchen

Technisch gesehen brauchen Sie drei Dinge:

  • Einen Server — ein Hetzner-VPS (ab ~5 €/Monat) reicht für kleine Teams vollkommen. Besser noch: ein eigener Server im Büro oder zu Hause, dann liegt alles wirklich bei Ihnen.
  • Eine Domain — zum Beispiel cloud.ihrfirmenname.at. Cloudflare übernimmt DNS und SSL.
  • Docker oder eine direkte Installation — Nextcloud lässt sich mit wenigen Befehlen als Container starten. Updates sind damit einfach und wiederholbar.

Die eigentliche Installation dauert, wenn alles vorbereitet ist, weniger als eine Stunde. Der zeitaufwändigere Teil ist die anschließende Feinabstimmung: Speichergrenzen, Benutzerrollen, Backup-Strategie.

Die drei häufigsten Fragen

„Ist das sicher?"

Sicherer als die meisten Fremd-Cloud-Dienste — wenn richtig eingerichtet. Voraussetzungen: SSL/TLS, Zwei-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Updates und ein Backup. Alles Dinge, die sich einmalig einrichten und dann automatisch laufen.

Nextcloud wird aktiv weiterentwickelt und hat eine große Sicherheits-Community. Sicherheitslücken werden schnell gepatcht.

„Was wenn der Server ausfällt?"

Ein gutes Monitoring schickt Ihnen eine Nachricht, bevor Sie es selbst bemerken. Und mit einem ordentlichen Backup (3-2-1-Regel, wie hier beschrieben) ist selbst ein Totalausfall kein Datenverlust — nur ein Wiederherstellungsaufwand.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Nextcloud mit automatischem Failover auf einem zweiten Server betreiben. Für die meisten kleinen Teams ist das aber Overkill.

„Wie viel kostet das?"

Ein VPS für Nextcloud kostet etwa 5–15 Euro pro Monat, je nach Anforderungen. Dazu kommt die Domain (~10 Euro/Jahr) und einmalig der Einrichtungsaufwand.

Im Vergleich: Dropbox Business kostet rund 15 Euro pro Nutzer und Monat. Bei fünf Mitarbeitern sind das 75 Euro/Monat — auf Dauer. Nextcloud ist langfristig günstiger und bietet mehr.

Nextcloud vs. die Alternativen

NextcloudDropbox BusinessOneDrive (M365)
Datenschutz✅ Volle Kontrolle⚠️ US-Server⚠️ US-Server
DSGVO-konform✅ Ja⚠️ Eingeschränkt⚠️ Eingeschränkt
Kosten (5 Nutzer)~10–15 €/Monat~75 €/Monat~55 €/Monat
Kalender & Kontakte✅ Integriert❌ Nein✅ Ja
Chat & Video✅ Nextcloud Talk❌ Nein✅ Teams
Gemeinsame Dokumente✅ Collabora/OnlyOffice❌ Nein✅ Office 365
Vendor Lock-in❌ Keiner✅ Hoch✅ Sehr hoch

Der einzige echte Vorteil von M365 gegenüber Nextcloud: die tiefe Integration mit Office-Anwendungen. Wenn Ihr Team nicht auf Microsoft Word angewiesen ist und lieber im Browser arbeitet, fällt auch dieser Unterschied weg.

Mein Fazit

Nextcloud ist die naheliegendste Antwort auf eine Frage, die viele kleine Unternehmen noch gar nicht laut stellen: Warum zahle ich einem amerikanischen Konzern dafür, meine Kundendaten zu verwalten?

Es ist keine technische Spielerei. Es ist eine unternehmerische Entscheidung — für Datensouveränität, für kalkulierbare Kosten und gegen Abhängigkeiten, die sich nicht mehr einfach auflösen lassen.

Die Einrichtung ist in einem Tag erledigt. Der Nutzen bleibt dauerhaft.


Sie möchten Nextcloud für Ihr Team einrichten — wissen aber nicht, wo anfangen? Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Anforderungen an und setzen das gemeinsam auf: sicher, DSGVO-konform und ohne Vendor Lock-in.

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